Begriffe aus der Kardiologie

Aneurysma
Bei einem Aneurysma kommt es zu einer Aufweitung des Gefäßdurchmessers. Es kann zum lebensbedrohlichen Platzen des Aneurysma kommen. Es wird häufig eher zufällig entdeckt, weil es zunächst keine Beschwerden verursacht. Während die Dissektion im Bereich des Bogens und der aufsteigenden Aorta immer eine notfallmäßige Operationsindikation bedeutet, wird eine unkomplizierte Dissekton der absteigenden Aorta zuerst medikamentös behandelt

Blutfette
Die Hauptbestandteile der im Blut zirkulierenden
Fette sind das Cholesterin und die Triglyceride.
Beide Fettsorten haben wichtige Aufgaben im Organismus
zu erfüllen und sind daher unverzichtbar.

Gefäßerweiterung mit Ballonkatheter
Die Ballon-Dilatation (Perkutane transluminale Coronar-Angioplastie [PTCA]) wird ohne Narkose durchgeführt. Lediglich die Einstichstelle wird mit einem örtlichen Betäubungsmittel vorbehandelt. Wenn die Ablagerungen, die eine Verstopfung der Herzkranzgefäße verursachen, weich sind, kann die Gefäßdilatation (Dilatation = Erweiterung) mit dem Ballonkatheter helfen. Dabei wird ein biegsamer Führungsdraht durch eine Arterie – von der Leisten- oder Ellenbeuge – bis zum verstopften Herzkranzgefäß vorgeschoben. Über diesen Führungsdraht wird dann ein Katheter mit einem länglichen, aufblasbaren Ballon an der Spitze eingeführt. Wenn der Ballon die Engstelle erreicht hat, wird er mit Druck aufgeblasen und drückt die weichen Ablagerungen an der Wand platt. Das Gefäß ist wieder besser durchlässig.

Herzklappen
Im Herzen befinden sich vier Herzklappen, die als Ventile, die die Blutflussrichtung regulieren, funktionieren. Von Erkrankungen am häufigsten betroffen sind die linksseitigen Herzklappen, die Mitral –und Aortenklappe. Erkrankungen der Tricuspidal- und der Pulmonalklappe sind dagegen selten. Ein fortgeschrittener Klappenfehler schädigt unwiderruflich den Herzmuskel und die Lunge.

Klappeninsuffizienz

Die Ursache für eine Herzklappeninsuffizienz (Undichtikgeit) kann eine angeborenen Anomalie sein aber auch eine Entzündungen. d.h. die Klappe schließt nicht dicht.

Klappenstenose
Die Ursache für eine Herzklappenstenose (Verengung) kann eine angeborenen Anomalie sein aber auch eine Entzündungen. d.h. die Klappe öffnet sich nicht weit genug.

Kunststoff - Klappenersatz
Nach einem Kunststoffklappenersatz ist eine lebenslange Marcumareinnahme (zur Blutverdünnung) erforderlich. Der Vorteil einer Kunststoffklappe ist ihre praktisch unbegrenzte Haltbarkeit. In seltenen Fällen muss ein erneuter Eingriff an dieser Klappe erfolgen (z.B. nach Klappenentzündung, Thrombose).

Bioklappenersatz
Der Vorteil eines Bioklappenersatzes ist die fehlende Notwendigkeit einer Marcumareinnahme, Nachteil ist die begrenzte Haltbarkeit der Klappe ( im Mittel ca. 10 – 15 Jahre). Es muss ggf. eine erneuter Herzklappeneingriff vorgenommen werden.

Herzinfarkt
Der Herzinfarkt (Myokardinfarkt, Herzmuskelinfarkt) ist eine Nekrose (abgestorbene Zelle) eines umschriebenen Herzmuskelbezirks meist als akut auftretende Komplikation bei koronarer Herzkrankheit.Die Ursache kann eine anhaltende Mangeldurchblutung mit einer akuten Unterbrechung der Blutversorung, länger anhaltende Koronargefäßspasmen, körperliche oder psychische Belastung mit einem hohem Bedarf an Sauerstoff sein.

Hoher Blutdruck
Der Druck des strömenden Blutes auf die Arterienwände heißt Blutdruck. Bei körperlicher Anstrengung oder Aufregung steigt der Blutdruck an, während er in Ruhe wieder absinkt. Ist der Blutdruck dauerhaft, d.h. auch in Ruhe, auf Werte über 140 mm Hg systolisch und über 90 mm Hg diastolisch erhöht (neue Kriterien), so spricht man von Bluthochdruck (arterielle Hypertonie). Bei Werten von 130mm Hg systolisch und 85 mm Hg diastolisch spricht man von Grenzwerthypertonie. Hier reichen in der Regel Allgemeinmaßnahmen (s. u.) aus, um den Blutdruck zu senken.
Meist treten bei erhöhtem Blutdruck zunächst keine Beschwerden auf. Die betroffenen Personen fühlen sich oft sogar besonders fit und munter. Beschwerden können sein:
. Kopfschmerzen, Schwindel
. Rötungen der Gesichtshaut, Ohrensausen kommen
. Atemnot, Krampfanfälle, Bewusstseinstrübung oder Koma auf

Schlaganfall (Apoplex)
Zu einem Schlaganfall kann es entweder durch eine Minderdurchblutung des Hirngewebes (Fachbegriffe: Hirninfarkt, Ischämie) oder durch Blutaustritt in das Hirngewebe (Fachbegriffe: Hirnblutung, intracerebrale Blutung) kommen. In den meisten Fällen (85 Prozent) entsteht der Schlaganfall durch eine Minderdurchblutung. Eine solche Mangelversorgung des Hirngewebes mit Sauerstoff und Nährstoffen kann aus verschiedenen Gründen entstehen. Es können Gefäße im Gehirn „verstopfen“ als Folge einer fortgeschrittenen Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“). Den „Stopfen“, der sich dabei bildet, nennt man Thrombus. Ein solcher Thrombus kann aber auch von den Halsgefäßen oder dem Herzen in die Gehirngefäße gelangen. Dann heißt er allerdings nicht mehr Thrombus, sondern Embolus. Ein Embolus besteht aus verklumpten Blutzellen und bildet sich an der Innnenwand von „verkalkten“ Gefäßen, an beschädigten Herzklappen oder in einem unregelmäßig schlagenden Herzen. Sie werden vom Blutstrom mitgerissen und können andere Gefäße verstopfen, leider auch die im Gehirn.

Koronarangiographie
Bei der Koronarangiographie handelt es sich um die Darstellung der Herzkranzgefäße (Koronarien) mit einem Kontratmittel und während Durchleuchtung mittels Röntgenstrahlen. Die Unteruchung wird heite digital aufgezeichnet. Dazu wird unter sterilen Bedingungen ein Katheter, ein dünner, weicher Schlauch, von der Leisten- oder Armarterie gegen den Blutstrom bis zum Herzen vorgeschoben. Durch den Katheter wird dann ein Röntgenkontrastmittel in die linke Herzkammer bzw. in die Herzkranzgefäße gespritzt und Aufnahmen mit der Röntgenkamera gemacht.

Bypass-Operation

Bypass heißt Umgehung. Und genau darum handelt es sich bei dieser Operation: um das verstopfte Herzkranzgefäß wird eine Umgehungsblutbahn gelegt. Dazu werden entweder Venenstückchen vom Ober- oder Unterschenkel zur Überbrückung des Engpasses verpflanzt oder die Brustwandarterie direkt hinter dem Engpaß an die Herzkranzarterie angeschlossen. Diese Operation geschieht am offengelegten Herzen, das für die Dauer der Operation stillgelegt werden muß. Dafür wird das Herz auf unter 15 °C gekühlt, um den Stillstand zu überstehen, und der Patient wird an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen. Diese schwierige Operation, die erst in den sechziger Jahren erprobt wurde, ist heute in den spezialisierten Herzzentren der Bundesrepublik zur Routine geworden. Es wird geschätzt, daß pro Jahr etwa 50.000 Bypass-Operationen stattfinden. Für bestimmte Formen der Herzschwäche sind die Langzeitergebnisse der Bypass-Operation besser als die einer medikamentösen Therapie.

Dissektion
Bei einer Dissektion handelt es sich um einen Einriss der Gefäßinnenhaut. Dabei fließt das Blut zwischen die Wandschichten, was zu deren Aufsplitterung führt. Bei einer Dissektion handelt es sich immer um einen lebensbedrohlichen Notfall. Die operative Maßnahme ist eine Gefäßprothese (z.B.Stent).Dieser kann mittels der Kathtertechnik an die Stelle der Dissektion platziert werden

Perikard
Das Perikard ( Herzbeutel) ist eine aus zwei Blättern bestehende bindegewebige Umhüllung des Herzens.

Perikarderguss

Der Perikarderguss ist eine serofibrinöse, hämorrhagische oder eitrige Ansammlung von Flüssigkeit zwischen den zwei Blättern (parietal und viszeral) des Perikards.

Perikarditis
Perikarditis ist eine Entzündung des Perikards (Herzbeutel), oft in Kombination mit einem Perikarderguss (seröser Erguss).

Septum
Durch eine Scheidewand (Septum) wird das Herz in eine linke (linkes Herz) u. eine rechte Hälfte (rechtes Herz.) geteilt.

Stent (Gefäßstütze)

Dies ist eine neue, schonende Behandlungsmethode, bei der ein feines Drahtgeflecht aus einem feinem Stahl oder ähnlichem Material (wie ein Röhrchen) in die aufgedehnte Engstelle eigesetzt wird und mit einem Druck bis zu 20 atü "eingedrückt"wird. Neue Stents sind mit Substanzen beschichtet, die ein Wachstum von Zellen innerhalb des neuen Röhrchens verhindern. Ein verstopftes Gefäß kann dann dauerhaft offen gehalten werden.

Mediastinum
Mediastinum ist das mittlere Gebiet des Brustraums der sog. Mediastinal- od. Mittelfellraum. Der Raum zwischen den beiden Pleurahöhlen (bzw. Lungen).

Lungenödem

Bei einem Lungenödem besteht eine abnorme Ansammlung seröser Flüssigkeit im Zwischenraum des Lungengewebes.

Niedriger Blutdruck
Niedriger Blutdruck (Hypotonie) ist keine Krankheit, sondern wirkt sich eher positiv auf die Lebenserwartung aus. Abhilfe schaft ausreichendes Trinken an von Flüssikeiten (Wasser bis zu 4 Litern am Tag Viele Menschen haben einen niedrigen Blutdruck, der jedoch keine Beschwerden verursacht. Nur in speziellen Fällen ist aufwendige Diagnostik notwendig. Andere Menschen klagen über Kreislaufbeschwerden, die häufig bei langem Stehen oder plötzlichem Lagewechsel auftreten:

· Schwindel, Schwarzwerden vor den Augen
· Kältegefühl in Händen und Füßen
· Müdigkeit und Antriebsschwäche
· Wetterfühligkeit
· Blässe
· Herzklopfen, schneller Puls, Ohrensausen
· Schweißausbrüche

Durchblutungsstörungen
Störungen des Blutkreislaufs können an allen Stellen des Pump- und Leitungssystems entstehen. Herz- oder Arterienerkrankungen sowie Veränderungen der Fließeigenschaften des Blutes können
alle, allein oder in Kombination miteinander, den Fluss des Blutes stören und es daran hindern, seine Aufgabe zufriedenstellend zu erledigen.

PAVK
Periphere arterielle Verschlusskrankheit ist eine Verengung und Verschluss der Hauptschlagader – der Aorta – und der Arterien, der Beine oder Arme. Diese Veränderungen und insbesondere Verengungen des Arterienquerschnitts sind zu 95% auf Arteriosklerose – Arterienverkalkung zurückzuführen. Rauchen, arterieller Hochdruck, erhöhte Blutfette, Zuckerkrankheit (Diabetes), psychischer Stress, Alter oder die familiäre Belastung erhöhen das Risiko der Entstehung von Arterienverengungen oder
sogar Verschlüssen. Durchblutungsstörungen der oberen Gliedmaßen sind selten. In etwa 90 Prozent der Fälle sind es die unteren Gliedmaßen, die von der arteriellen Verschlusskrankheit betroffen sind. Je nach Schweregrad der Durchblutungsstörungen der Beine besteht bei 50 bis 90 Prozent der Patienten auch eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße.
Es besteht die Gefahr eines Gefäßverschlusses. Auch die Halsschlagadern sind in bis zu 70 Prozent der Fälle von Arteriosklerose befallen. Ein Schlaganfall
könnte die Folge davon sein. Einfache Ultraschalluntersuchung der Gefäße erlaugt eine genaue Diagnose und kann somit einen Schlaganfall oder Gefäßverschluß dur folgende Therapie verhindern.

Myokardszintigraphie
Mit der Myokardszintigraphie (Myokard = Herzmuskel) wird die Durchblutung des Herzmuskels untersucht. Dabei wird Thallium, ein schwach radioaktiver Stoff, der von den Herzmuskelzellen aufgenommen wird, in die Vene gespritzt. Die Anreicherung der Radioaktivität im Herzmuskel wird von einer Spezialkamera, der Gammakamera, aufgenommen. Der Grad der Anreicherung des radioaktiven Thalliums im Herzmuskel entspricht dem Grad der Durchblutung.

Kernspintomographie (MRT)
Diese neue Methode ist in der Lage die Anatomie (Bau) des Herzens und der Gefäße genau ohne Röntgenstrahlen zu zeigen. Bei kleinen Herzkranzgefäßen ist die Methode noch etwas ungenau aber sie kann mittels eiens speziellen Kontrastmittels und nach Gabe eines "Streßmittels" zeigen ob eventuelle wirksame Engstellen vorliegen. Ist die gezeigte Durchblutung gut und besteht kein Hinweis für wirksame Engstellen kann auf eine Herzkatheter untersuchung verzichtet werden, denn die HK-Untersuchung hätte dann keine Konsequenzen. Leider bezahlt die gesetzliche Krankenkasse diese Untersuchung noch nicht.

Einschwemmkatheter

Der Einschwemmkatheter wird, ähnlich wie bei der Koronarangiographie, bis zum Herzen vorgeschoben, allerdings durch eine Vene, und erreicht daher den rechten Vorhof, die rechte Herzkammer und die Lungenschlagader. Die Katheterspitze ist mit einem kleinen Druckmessgerät ausgerüstet, womit an allen drei Stellen Druckmessungen durchgeführt werden. Mit Spe- Einschwemmkatheter Zialeinschwemmkathetern, die zusätzlich einen Temperaturfühler an der Spitze haben, kann außerdem noch das Herzminutenvolumen gemessen werden. Das ist die Blutmenge, die das Herz in einer Minute auspumpt. Schwächen der Pumpleistung des Herzens werden mit dem Einschwemmkatheter früher als mit anderen Methoden erfasst.

Herzschrittmacher
Bei sehr langsamer Herzschlagfolge mit Beschwerden sowie bei Unterbrechung der Reizleitung zwischen Herzvorhof und Herzkammern ist die Einpflanzung eines Schrittmachers notwendig. Diese Geräte sind künstliche Impulsgeber für das Herz und übernehmen diese Funktion automatisch, wenn der natürliche Impulsreiz ausfällt. Die modernen Geräte können sogar
die Impulsfrequenz nach Bedarf verändern. Bei Anstrengung wird sie erhöht und in Ruhe wieder gesenkt.

Einschwemmkatheter

Der Einschwemmkatheter wird, ähnlich wie bei der Koronarangiographie, bis zum Herzen vorgeschoben, allerdings durch eine Vene, und erreicht daher den rechten Vorhof, die rechte Herzkammer und die Lungenschlagader. Die Katheterspitze ist mit einem kleinen Druckmessgerät ausgerüstet, womit an allen drei Stellen Druckmessungen durchgeführt werden. Mit Spe- Einschwemmkatheter Zialeinschwemmkathetern, die zusätzlich einen Temperaturfühler an der Spitze haben, kann außerdem noch das Herzminutenvolumen gemessen werden. Das ist die Blutmenge, die das Herz in einer Minute auspumpt. Schwächen der Pumpleistung des Herzens werden mit dem Einschwemmkatheter früher als mit anderen Methoden erfasst.

Lipoprotein(a)

Lipoprotein(a) ist ein Molekül, das aus einem LDL-Anteil und apo(a)-Anteil besteht. Ist die Lp(a)-Konzentration erhöht und besteht zudem eine genetische Veranlagung für eine besonders risikobehaftete Form des apo(a), kann dies zum einen das kardiovaskuläre Risiko erhöhen und zum anderen thrombotische Ereignisse zur Folge haben. Leider ist es kaum möglich, die Lp(a)-Werte z. B. diätetisch oder medikamentös günstig zu beeinflussen. Daher ist es wichtig, die übrigen Risikofaktoren (LDL-Cholesterin, Rauchen, Bluthochdruck, etc.) gut einzustellen.

Kardiologische Praxis

Dr.Leischik / Dr Littwitz
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